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Islamic Banking

Handeln als Maxime, aber immer mit Verantwortung – die KT Bank ist die erste Bank in Deutschland, die Finanzprodukte und Dienstleistungen nach den Prinzipien des wertebewussten und transparenten islamischen Bankwesens anbietet.
Als „islamisches / islamkonformes Bankwesen / Islamic Banking“ wird die Führung von Bank- und Finanzgeschäften bezeichnet, die im Einklang mit den Regeln und dem religiös-ethischen Wertekanon des Islam und seinen Verpflichtungen zu sozialer Verantwortung stehen.
Das bedeutet: konsequenter Verzicht auf verzinslichen Geldverleih (auf Arabisch „Riba“), jegliche Geschäfte mit Glücksspielcharakter („Maysir“) und Investitionen in Unternehmen, die nicht mit den ethischen Grundsätzen des Islam vereinbar sind. Dazu gehören hoch verschuldete Unternehmen sowie solche, die u. a. in Bereichen wie der Rüstungs-, Tabak-, Porno- oder Alkoholindustrie sowie in der Verarbeitung von Schweinefleisch und dem Handel damit tätig sind. Ebenso widersprechen intransparente und hochriskante Spekulationen („Gharar“) den ethischen Grundwerten des Islam.
Durch die Unterlegung jeder Transaktion mit einem Gut fördert die KT Bank die Realwirtschaft. So wird sichergestellt, dass die volkswirtschaftlichen Ersparnisse in den Realsektor kanalisiert werden. Die KT Bank investiert die Gelder ihrer Anleger in Industrie und Handel mit Erfolgsbeteiligung der Kunden. Islamisches Bankwesen ist damit im Grunde ein Teil des SRI-Bereichs („Socially Responsible Investment“) und steht für nachhaltiges, integres und verantwortungsbewusstes Investieren.
Grundlegende Prinzipien – etwa zum konsequenten Risikomanagement oder zur guten Corporate Governance – gelten sowohl im islamischen als auch im westlichen Finanzsystem und tragen dazu bei, ein sicheres und funktionsfähiges internationales Bankwesen zu gewährleisten. Die KT Bank ist als zeitgemäße islamische Bank offen für alle Kunden, die auf der Suche nach einem sozial verantwortlichen und nachhaltig handelnden Finanzdienstleister sind – unabhängig von Nationalität oder Religionszugehörigkeit.

Beispiel Kreditgeschäft:

Die KT Bank AG verleiht kein Geld gegen Zins, sondern finanziert für ihre Kunden den Erwerb von Konsum- oder Investitionsgütern. Dazu kauft die KT Bank AG das entsprechende Gut direkt vom Händler und verkauft es mit einem individuell vereinbarten Gewinnaufschlag an den Kunden weiter. Der Kunde zahlt den Rechnungsbetrag in mehreren Ratenzahlungen an die KT Bank AG.

Beispiel Einlagengeschäft:

Das Einlagengeschäft ist geprägt von der Idee der Erfolgsbeteiligung.
Mit Ihrer Einlage über ein Beteiligungskonto partizipieren Sie am Erfolg des zu Grunde liegenden Kreditportfolios. Zu Vertragsbeginn vereinbaren wir mit Ihnen einen Partizipationssatz (beispielsweise 85%). Mit diesem Partizipationssatz wird der am Ende der Vertragsdauer erzielte Überschuss nach Abzug der fest definierten produktbezogenen Kosten zwischen Ihnen und der KT Bank aufgeteilt. In diesem Beispiel erhalten Sie 85% und die KT Bank 15% des mit dem Einlagenpool erzielten Überschusses.
Auf Grund der Islamkonformität können wir keine festgelegten Renditen für die Einlagen zusagen. Dennoch streben wir Renditen für unsere Kunden an, die sich an dem jeweils aktuellen Marktniveau orientieren.

Marktübersicht Islamic Banking

In über siebzig Ländern bieten rund fünfhundert islamische Banken und Finanzdienstleister ihre Dienste an. Dabei wird das weltweite Volumen islamgerecht verwalteter Assets auf etwa zwei Billionen US-Dollar geschätzt. Die langfristig jahresdurchschnittlichen Wachstumsraten des Islamic Bankings in Höhe von über 15 Prozent übertreffen die Vergleichswerte im konventionellen Bankgeschäft deutlich. Das Islamic Financial Services Board (IFSB) prognostiziert weiteres Wachstum.

Historisches zum Islamic Banking

Im islamischen Wirtschaftsrecht haben die Herstellung von Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Gesellschaft oberste Priorität. Der Markt symbolisiert im Islam die menschliche Freiheit und Solidarität.
Vor dem Islam gab es in Arabien unterschiedliche Arten von Kaufverträgen, Wirtschaft und Handel waren geprägt von Intransparenz und Willkür. So musste man beispielsweise ein Objekt kaufen, sobald man es berührt hatte. Landbewohnern und marktfremden Personen wurden Waren überteuert angeboten.
Mit dem Islam hielt der Glaube Einzug, dass nach dem irdischen Leben das Jenseits folgt. Basierend auf den Säulen des Islam wuchs auch die wirtschaftliche und gesellschaftliche Verantwortung. Es wurde sichergestellt, dass durch Handel und Wirtschaft keine Schäden entstehen, beispielsweise durch das Verbot von Riba (Zins), Maysir (Spekulation) und Gharar (Intransparenz). Die moralische Forderung an die Händler verlangte Nachsicht, Gutmütigkeit und Gottesfurcht. Die Erfolgsbeteiligung als ein Grundsatz des islamischen Bankwesens wurde bereits zu Beginn des Islam von Händlern angewandt.

Die Entwicklung von Islamic Banking im 20. Jahrhundert

Die erste zinslos arbeitende Bank wurde jedoch erst 1963 eingeführt, als der Student El-Naggar in Mit-Ghamr in Ägypten eine Bank nach dem Modell des deutschen Sparkassenmodells gründete. Gleichzeitig wurden in Malaysia die Pilgrims Fund Corporation, 1971 in Ägypten die Nasser Social Bank als nicht-profitorientierte Bank sowie 1975 die Islamic Development Bank in Jeddah und die Dubai Islamic Bank etabliert.
Die Muttergesellschaft der KT Bank AG und der Kuveyt Türk Beteiligungsbank, das Kuwait Finance House, ist seit 1977 im Markt. Das Kuwait Finance House ist die erste islamische Bank in Kuwait und heute eines der führenden Finanzinstitute im internationalen islamischen Bankensektor.
Seit dem Jahr 2000 nimmt das Interesse an Islamic Finance auch von Seiten der westlichen Banken und Versicherungen zu. Dabei sind die großen internationalen Banken und Versicherungen stark in der Golfregion und in Südost-Asien vertreten. Islamic Banking wurde von den Finanzministern der G20 Staaten als progressive Alternative für das westliche Wirtschaftssystem anerkannt und soll zukünftig verstärkt in die globale Finanzstruktur integriert werden.