Die meisten Menschen kennen die Faustregel: Drei Monatsgehälter sollten als Notgroschen vorhanden sein. Klingt einfach. Ist es aber nicht.
Denn drei Monatsgehälter können für einen Haushalt zu viel, für einen anderen zu wenig sein. Entscheidend ist nicht das Gehalt, sondern was jeden Monat tatsächlich gebraucht wird.
Wer monatlich 2.000 Euro für Miete, Lebensmittel, Versicherungen und andere notwendige Ausgaben benötigt, hätte mit 6.000 Euro bereits drei Monatsausgaben abgesichert.
Damit beginnt die wichtigere Frage: Was passiert, wenn plötzlich mehr als eine Rechnung kommt?
Eine Autoreparatur für 1.500 Euro, eine kaputte Waschmaschine und gleichzeitig eine unerwartete Nachzahlung. Aus einem komfortablen Kontostand kann schnell ein knappes Budget werden. Für Eigentümer kann die Rechnung noch größer ausfallen. Eine defekte Heizung, ein Problem am Dach oder notwendige Arbeiten am Gebäude können schnell mehrere tausend Euro kosten. Mieter haben andere finanzielle Risiken, etwa bei einem Umzug, beim Auto oder bei größeren Haushaltsanschaffungen.
Notgroschen und Rücklagen sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Der Notgroschen federt unerwartete Situationen ab. Rücklagen sind für Ausgaben gedacht, mit denen grundsätzlich zu rechnen ist. Das Auto muss irgendwann zur Inspektion. Eine größere Anschaffung kommt irgendwann. Auch eine Reise lässt sich planen.
Die richtige Reserve ist deshalb eine persönliche Rechnung.
Nicht das Monatsgehalt entscheidet allein über ihre Höhe, sondern die monatlichen Ausgaben, die familiäre und wohnliche Situation sowie die finanziellen Verpflichtungen.
Auch die Reserve sollte regelmäßig überprüft werden. Verändern sich Einkommen oder laufende Kosten, kann sich auch der notwendige finanzielle Puffer verändern.
Die entscheidende Zahl
Die bessere Frage lautet deshalb nicht:
„Wie viel Geld sollte ich auf dem Konto haben?“
Sondern:
„Wie lange könnte ich meine wichtigsten Ausgaben bezahlen, wenn morgen etwas Unvorhergesehenes passiert?“
Wer darauf eine klare Antwort hat, kennt seinen finanziellen Puffer.
Und erst danach wird interessant, was mit dem Geld passieren kann, das darüber hinaus langfristig nicht benötigt wird.